Transparenz
Wo Engagement für die Gemeinschaft stattfindet, sollte Transparenz gegenüber der Gemeinschaft selbstverständlich sein. Deshalb möchten wir uns der Selbstverpflichtungserklärung der Initiative Transparente Zivilgesellschaft (ITZ) anschließen und haben die Aufnahme in die ITZ-Unterzeichnerliste beantragt. Wir verpflichten uns, die folgenden zehn Informationen der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen und aktuell zu halten.
- Name, Sitz, Anschrift und Gründungsjahr
Der AG Bildung e.V. gründete sich im Jahr 2020 und ist ein eigenständiger gemeinnütziger und eingetragener Bildungserein. Die Geschäftsstelle befindet sich in der Braustraße 15, 04107 Leipzig
2. Satzung, Ziele
Zur Satzung des AG Bildung e.V.
Der AG Bildung e.V. versteht sich als unabhängiger Bildungsverein. Durch seine Initiativen und Projekte soll der Anspruch realisiert werden, sich gegen jegliche Form von Diskriminierung sowie die untrennbare Verbundenheit von Sport, Kultur und Politik einzusetzen. Konkret möchte der Verein Bildungsarbeit leisten sowie Personen und Gruppen die Plattform bieten, eigenständig politische oder kulturelle Bildungsprojekte umzusetzen. Eine ausführliche Darstellung unserer Ziele finden Sie unter dem Menüpunkt „Über uns“.
3. Datum des jüngsten Bescheides vom Finanzamt über die Anerkennung als steuerbegünstigte (gemeinnützige) Körperschaft
Unser aktueller Freistellungsbescheid vom 11.04.2025.
4. Name und Funktion der wesentlichen Entscheidungsträger*innen
Seit der letzten Wahl im Mai 2026 setzt sich der Vorstand des AG Bildung e.V. zusammen aus: Uli Heinze, Matthias Rätzer, Anja Müller, Maximilian Grigo.
5. Bericht über Tätigkeiten
Im Jahr 2025 war AG Bildung e.V. Träger von zwei Projekten: Die Initiative für mehr gesellschaftliche Verantwortung im Breitensport-Fußball (IVF Leipzig) führte das erste Jahr im Projekt „Ein Verein für Alle – Eine partizipative Vereinskultur nachhaltig stärken“ durch. Außerdem wurde in Kooperation mit der AG fem*powerment des Vereins Roter Stern Leipzig ’99 e.V. das Projekt „Football has no Gender – Sport for everyone“ durchgeführt.
Ein Verein für Alle – Eine partizipative Vereinskultur nachhaltig stärken
Mit dem Projekt möchten wir sächsische Fußballvereine dabei unterstützen sich grundlegend für eine vielfältige, gleichberechtigte und partizipative Kultur in ihren Organisationen einzusetzen.
Um dieses Anliegen umzusetzen werden die verschiedenen Organisationsebenen und Akteur*innen der Vereine gleichermaßen angesprochen. Durch vielfältige Bildungs- und Beratungsangebote wie zum Beispiel pädagogische Fußballtrainings, Workshops, Erstellung eines Vereinsleitbildes und Netzwerktreffen werden sie in einen nachhaltigen Prozess eingebunden.
Ein Fokus des Projekts ist weiterhin die Sensibilisierung der Vereinsmitglieder gegenüber diskriminierendem Verhalten und Vorurteilen im Fußball und der Austausch über Gegenstrategien. Diese Maßnahmen primärer Prävention sollen langfristig angelegt sein und kontinuierlich durchgeführt werden, zum Beispiel durch regelmäßig durchgeführte Workshops mit den Fußballteams.
weitere Infos zum Projekt Ein Verein für Alle
/Für den Gesamtverein können diese präventiven Maßnahmen nur dauerhaft Wirkung entfalten, wenn auf anderen Vereinsebenen eine Reflexion über Zugänglichkeit zum und Teilhabemöglichkeiten im Verein stattfindet. Hier sollen im Dialog der Vereinsmitglieder Visionen entwickelt werden, die dann in durchführbare, konkrete Maßnahmen der Veränderung münden – zum Beispiel in die Erstellung eines Vereinsleitbildes. Dieser zweite Schwerpunkt unseres Projekts ist auch Ergebnis unserer ständigen Projektevaluation. Durch die fehlenden ehren- und hauptamtlichen Kapazitäten der Vereine ist eine Unterstützung und Impulsgebung von außen oftmals die realistischste Möglichkeit, die eigene Vereinskultur zu reflektieren und Veränderungen anzustoßen.
Die Chancen für die Vereine sind vielfältig:
Im Verein wird der respektvolle und solidarische Umgang untereinander gefördert.
Von Diskriminierung oder Ausschluss betroffene (potentielle) Mitglieder werden wahrgenommen und bekommen die Möglichkeit ihre Perspektiven zu vermitteln.
Von Menschenfeindlichkeit betroffene Personen fühlen sich so ermutigt Vorfälle öffentlich zu machen.
Durch die Diskussionen der Mitglieder über ihren Verein werden diese im besten Fall aktiviert und die Identifikation mit dem Verein gestärkt, eine partizipative Vereinskultur entsteht. Ein Verein zum Mitgestalten fördert das Engagement der Mitglieder.
Ein Verein, der Toleranz, Anerkennung und Partizipation vorlebt, kann sich langfristig gut entwickeln. Werden diese Werte im Verein aktiv gelebt, wird dies auch von der Öffentlichkeit wahrgenommen.
Unser Vorgehen:
Die Perspektive der Betroffenen von Menschenfeindlichkeit spielt in unseren Bildungs- und Beratungsformaten eine grundlegende Rolle. Hierbei geht es um eine sensible Wahrnehmung von Machtstrukturen, Gewalt und Diskriminierung. Wichtig sind hierbei Methoden mit Übersetzungsleistungen. Es reicht nicht aus, Formen von Diskriminierung zu benennen, sie müssen in konkreten Erfahrungen dargestellt werden, sie müssen übersetzt werden in Bilder und Worte, die anschlussfähig sind für diejenigen, die diese Erfahrungen nie gemacht haben und nie machen werden.
Fußball- und Vereinsspezifik: Unsere Angebote setzen an den Erfahrungen und der Lebenswelt der Teilnehmenden an, wollen zum kritischen Nachdenken anregen und die Handlungskompetenzen der Sportler*innen und Vereinsaktiven stärken. Unsere Methoden haben einen expliziten Fußballbezug. Durch diese zielgruppennahe Ausrichtung wird der Zugang zum Themenkomplex Antidiskriminierung und Diversität erleichtert. Unsere Teamenden sind selbst in Fußballvereinen engagiert und kennen die besonderen (zeitlichen) Bedingungen der Sportvereine mit ihrem hohen Anteil ehrenamtlichen Engagement.
Ablauf des Projekts:
Das erste Projektjahr 2025 hatte aufgrund der unklaren Haushaltslage in Sachsen und damit verbunden mit einer späten Bewilligung der Fördermittel nur eine Laufzeit von reichlich einem halben Jahr. Es diente der inhaltlichen und konzeptionellen Vorbereitung der neuen Bausteine des weiterentwickelten Projekts. Ein besonderer Fokus lag auf der Entwicklung und Erprobung der neuen Formate zur Sichtbarmachung der Betroffenenperspektive in den Vereinen. Außerdem wurden 16 Workshops mit Projektvereinen durchgeführt. Der am meisten gebuchte Workshop war der Grundlagen-Workshop „Diskriminierung im Fußball“. Das Netzwerktreffen „Sportplätze für Alle!“ zum Thema Barrierefreiheit wurde geplant und sollte eigentlich Anfang Dezember stattfinden. Aus Krankheitsgründen musste dieses auf Anfang Februar 2026 verschoben werden. 2025 wurden zwei neue Projektvereine hinzugewonnen. Es wurden zwei Infostände bei Vereinsfesten von Projektvereinen angeboten. Es wurde ein neues Angebot konzipiert, sogenannte Aktiv-Workshops, welche Bildungselemente ins Fußballtraining einbindet und vor allem für jüngere Zielgruppen geeignet ist.
Die Arbeit der IVF wurde am 26. November mit dem Phineo-Wirkt-Siegel für besonders wirkungsvolles Engagement im Wirkungsbereich „Diskriminierung“ ausgezeichnet.
Folgende Bausteine bieten wir unseren Projektvereinen über die gesamte Projektlaufzeit kostenlos an:
regelmäßige Durchführung von Workshops und Aktiv-Workshops mit Akteur*innen des Vereins | Teilnahme an Netzwerktreffen | Konzipierung und Etablierung eines virtuellen Themenbriefkastens zur Sichtbarmachung der Betroffenenperspektive | Beratung und Unterstützung bei der Entwicklung eines Vereinsleitbildes (2026 und 2027) | Angebote der historisch-politischen Bildung mit Bezug zum Fußballsport | Beteiligung am ‚!nie wieder‘-Bündnis (Erinnerungstag im deutschen Fußball) | Fußballturnier zum Abschluss des Projekts (2027)
Football has no Gender – Sport for everyone
Das Projekt konnte 2025 sachsenweit und darüber hinaus im Sport aktive Menschen zur Thematik trans*, inter* und nicht-binärer Teilhabe vernetzen, sensibilisieren und Sichtbarkeit für deren Interessen und Belange schaffen. Über das Medium Fußball wurde ein Ort des Empowerments durch Sport und Begegnung geschaffen, um die Frage nach sexueller und geschlechtlicher Vielfalt im Sport in ihren zahlreichen Facetten gemeinsam und öffentlich zu verhandeln.
Damit konnte ein Beitrag zur Durchsetzung gleichberechtigter Teilhabe von trans* und inter* sowie nichtbinärer und queerer Personen sowie Prävention von Diskriminierung und Gewalt in Bezug auf Geschlecht und/oder sexuelle Orientierung in allen Bereichen der Gesellschaft geleistet werden. Thematischer Fokus lag auf der Alltagsrealität und den daraus resultierenden Bedürfnissen von trans*, inter* und nicht-binären Sportler*innen und deren Zugängen zum Breitensport. Deren Stimmen wurden sichtbar gemacht und ein Zeichen für geschlechtliche Vielfalt gesetzt.
weitere Infos zum Projekt Football has no Gender
/Konkret umgesetzt wurde ein Sportfest, dass über den Fußball hinaus im Breitensport Aktive und die, die es werden wollen, mit der Thematik trans*, inter*, nicht-binär im Sport/Teilhabe dieser Personengruppen vernetzte und informierte, sowie inhaltliche und sportliche Angebote miteinander verband. Darüber hinaus wurden im Rahmen der Frauenfußball-Europameisterschaft 2025 PublicViewing-Veranstaltungen und ein Aktionsspieltag mit einem Fußballfreundschaftsspiel umgesetzt. Die bereits in 2024 initiierte Netzwerkarbeit wurde weitergeführt, um insbesondere in Sachsen ein Netzwerk aus Aktiven zusammenzubringen. Zielgruppe waren Frauen, Mädchen, Lesben, trans*, inter* und nicht-binäre Personen, um geschlechtliche und sexuelle Vielfalt im Breitensport sichtbar zu machen und einen weiteren Beitrag zur Teilhabe von trans*, inter* und nicht-binären Personen im Sport zu leisten.
6. Personalstruktur
Personalstruktur für das Jahr 2025:
Im Projekt „Ein Verein für Alle“ haben von Januar bis Mai 2 Personen mit 50% Stellenanteil gearbeitet, danach insgesamt 6 Personen mit unterschiedlichen Stellenanteilen (im Rahmen von 2 Vollzeitäquivalente). Im Projekt „Football has no Gender“ hat 1 Person mit 75% Stellenanteil gearbeitet. Ehrenamtlich waren ca. 15 Personen für die verschiedenen Projekte sowie für den Bildungsverein selbst aktiv.
7. Mittelherkunft
Gesamteinnahmen 2025: 175.367,45 €. Davon anteilig:
Fördermittel 80,69 % | Spenden 14,97 % | Sonstiges (z.B. Veranstaltungen, Rückerstattungen) 4,20 % | Mitgliedsbeiträge 0,14 %
8. Mittelverwendung
Gesamtausgaben 2025: 194.458,21 €. Davon anteilig:
Personalausgaben 91,25 % | Verwaltungsausgaben 8,75 %
Die Mehrausgaben gegenüber den Einnahmen konnten wir aus Rücklagen der vergangenen Jahre bestreiten. Die Finanzierungslücke kam u.a. dadurch zustande, dass wir im Projekt „Ein Verein für Alle“ erst ab Mai Fördermittel erhielten, und 2 Personalstellen davor projektunabhängig überbrückt haben, um die Arbeit der Initiative nicht zu gefährden.
9. Gesellschaftsrechtliche Verbundenheit mit Dritten
Der AG Bildung e.V. ist Mitglied in folgenden Netzwerken und Arbeitsgemeinschaften:
- Netzwerk Tolerantes Sachsen
- Sächsische Landesarbeitsgemeinschaft Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus (sLAG)
- !nie wieder – Erinnerungstag im deutschen Fußball
- LND – Leipziger Netzwerk für Demokratie
10. Zuwendungen, die mehr als 10% der Gesamtjahreseinkommen ausmachen
Anteil Öffentliche Gelder (Zuwendungen): 80,69 % des Jahreseinkommens. Davon 22,81% SMGI Sächsisches Staatsministerium für Integration und Gleichstellung (Football has no Gender), 77,19% SAB Sächsische Aufbaubank (Ein Verein für Alle).
Anteil Spenden: 14,97% des Jahreseinkommens (Kleinspenden mit einer maximalen Höhe von 10.000 €).
Stand 02.11.2026
